alert icon
Internet Explorer 8 iwird nicht auf dieser Website unterstützt. Bitte verwenden Sie einen aktuelleren Browser.
Nachricht ausblenden hide icon

Leckagen vermeiden: Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

Biegen von Rohren in Fluidsystemen

Warum eine ordnungsgemäße Rohrvorbereitung für eine gute Systemleistung unabdinglich ist

Ziad Bedran, Product Manager, Swagelok Company

Hochwertige Rohre und leckagefreie Rohrverschraubungen zählen zu den wichtigsten Aspekten in einer Raffinerie. Für eine optimale Leistung müssen dabei eine Vielzahl von Parametern beachtet werden, angefangen bei der Werkstoffart über die Rohrgröße und die Wanddicke bis hin zu den Werkstoffeigenschaften und Standortbedingungen etc.

Mindestens genauso wichtig für einen einwandfreien Betrieb eines Fluidsystems ist die richtige Montage der Verbindungen. Eine fehlerhafte Montage zählt zu den häufigsten Fehlerursachen bei Rohrleitungen und -verbindungen. Eine optimale Handhabung und Vorbereitung der Rohrleitungen vor Herstellung der Verbindung sind ein absolutes Muss. Nur so können sich Anlagenbediener auf sichere, leckagefreie und langlebige Verbindungen verlassen.

ZUR SCHULUNG FÜR SICHERE ROHRVERSCHRAUBUNGEN

Wie lässt sich sicherstellen, dass das Wartungspersonal ordnungsgemäß geschult und mit den richtigen Informationen und Werkzeugen ausgestattet ist? Im Folgenden finden Sie einige wichtige Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.

Um was genau geht es?

Sinkende Profitabilität oder Einschnitte bei der betrieblichen Effizienz sind nirgendwo gerne gesehen, zählen aber bei Fluidsystemen nicht zu den allerwichtigsten Problemen. In vielen Kundenanwendungen sind gefährliche Chemikalien im Spiel, von denen bei unsachgemäßer Fluidsysteminstallation schwerwiegende Gesundheits- und Unfallrisiken ausgehen können. Wasser- oder Luftleckagen in Niederdrucksystemen sind meist mit einem sehr niedrigen Sicherheitsrisiko verbunden und werden häufig nur als effizienzbezogene Mängel gehandhabt. Ein Druckabfall im Luftsystem kann jedoch dazu führen, dass sich ein sicherheitsrelevantes Ventil bei Anforderung nicht richtig öffnen lässt. Gleichwohl zieht bei gefährlichen Gasen wie Wasserstoff selbst eine kleine undichte Stelle schwerwiegende Konsequenzen nach sich. Für die Herstellung vieler Produkte sind diese Gase und Chemikalien unabdingbar. Daher müssen Leckagen unbedingt vermieden werden, um höchste Sicherheit zu gewährleisten.

Neben Sicherheitsrisiken kann es bei einer unsachgemäßen Vorbereitung von Rohrleitungen aufgrund von Leckagen auch zu Produktionsausfällen kommen. In einigen Fällen macht sich dies in einer niedrigeren Systemeffizienz bemerkbar, d. h. je länger die zugrunde liegenden Ursachen nicht angegangen werden, desto höher die Verluste. Doch auch die mitunter kostenintensive Verschwendung von Rohstoffen, die bei einer Leckage von Chemikalien oder Gasen neben den schwerwiegenden Sicherheitsrisiken entsteht, ist ein nicht zu missachtender Faktor. Selbst vermeintlich geringfügige Luftverluste, die oftmals gar nicht richtig beachtet werden, können zu hohen Betriebskosten führen. Viele Unternehmen kaufen oder leihen Druckluftkompressoren, wenn ihr Bedarf nach Druckluft steigt. Allerdings wäre es weitaus klüger, Leckagen zu beheben oder Rohrleitungssysteme insgesamt zu optimieren, da sie so keine zusätzliche Ausrüstung anschaffen müssen und gleichzeitig Energiekosten senken können.

In zahlreichen Fluidsystemen fallen auch versteckte Kosten an, die oft vermeidbar sind – sofern die gängigen Fehlerursachen bekannt sind.

Ursachen von Fluidsystemleckagen erkennen

Die unsachgemäße Vorbereitung von Rohren zählt zu den häufigsten Ursachen von Leckagen in Fluidsystemen. Rohrleitungen werden beispielsweise nicht gerade abgeschnitten, sodass ein angeschrägtes Ende entsteht. Oder durch eine unzureichende Entgratung ist eine Dichtung nicht mehr 100 % zuverlässig. Das Feilen von metallischen Rohrenden nach der Bearbeitung mit einer Bügelsäge erscheint auf den ersten Blick wie ein unnötiger Zusatzschritt. Erfahrungswerte zeigen allerdings, dass Fehlerursachen oft auf solch scheinbar geringfügige Mängel zurückgehen. Genügend Zeit für die Vorbereitung und Installation von Rohrleitungen hilft dabei, schwerwiegende Probleme schon im Vorfeld zu verhindern.

Nicht ordnungsgemäß entgratete Rohrleitung.

Ordnungsgemäß geschnittene und entgratete Rohrleitung.

In erster Linie kommt es auf die richtigen Werkzeuge und einen achtsamen Umgang mit den Systemen an, um die Ausfallrate von Fluidsystemen zu verringern. Nicht selten greifen Mitarbeiter bei der Installation von Bauteilen oder bei Reparaturarbeiten zu einem eigentlich nicht dafür vorgesehenen Werkzeug. Dabei sind Spezialwerkzeuge zur Herstellung sauberer, gerader und gratfreier Rohrenden in einigen Fällen sogar vorhanden, werden aber nicht genutzt, da sich der betreffende Mitarbeiter für eine schnellere Bearbeitungsmethode entscheidet. In anderen Fällen wiederum stehen die passenden Rohrplandrehwerkzeuge möglicherweise gar nicht zu Verfügung. Hier lässt sich mit relativ geringen Investitionen leicht Abhilfe schaffen – und das Risiko von kostspieligen Ausfällen kann so von Anfang an minimiert werden.

Viele Leckagen in Fluidsystemen entstehen durch die folgenden zwei Faktoren:

  • Kratzer, Kerben oder Dellen im Rohr, hauptsächlich aufgrund von unsachgemäßer Handhabung. Solche Mängel als Folge von unsachgemäßer Handhabung entstehen beispielsweise, wenn ein Anwender ein 6 Meter langes Rohr aus einem Rohrlager zieht, ein 2 Meter langes Stück davon abschneidet und das verbleibende Rohrstück zurück in das Rohrlager schiebt. Wenn das geschnittene Rohrstück einen Grat oder eine andere Unebenheit aufweist, kann es dadurch zu Kratzern an den anderen Rohrleitungen im Rohrlager kommen. Dellen und Kratzer in Rohrleitungen sind keine Seltenheit und entstehen z. B., wenn das Rohr aus dem Rohrlager oder von A nach B gezogen wird und es dabei auf den Boden fällt. Vor der Installation müssen die Rohrleitungen unbedingt umfassend auf Mängel geprüft werden – dieser Schritt wird jedoch oft ausgelassen und scheinbar geringfügige Mängel werden häufig übersehen.
  • Unzureichende Vorbereitung von Rohrleitungen (einschl. ungerade Rohrschnitte oder nicht entgratete Rohrenden). Wie bereits erwähnt, ist das Schneiden von Rohrleitungen ein sehr wichtiger Schritt bei der zuverlässigen Installation von Fluidsystemen. Bügelsägen oder spezielle Rohrschneidwerkzeuge werden dabei am häufigsten eingesetzt – und solange die Schnitte mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt werden, lassen sich gerade Rohrenden in der Regel sehr einfach herstellen. Die meisten Probleme hängen mit der Entgratung der Rohrenden zusammen. Dies lässt sich mit einem speziellen Entgratungswerkzeug oder einer geeigneten Feile bewerkstelligen, wird jedoch oft komplett ausgelassen oder nicht ordnungsgemäß durchgeführt, da die passenden Werkzeuge nicht zur Verfügung stehen.

Die passenden Schulungen für Ihr Team

Die oben beschriebenen Fehlerquellen bei der Vorbereitung von Rohrleitungen lassen sich sehr einfach vermeiden. So sind Schulungen zur ordnungsgemäßen Herstellung von Rohrverschraubungen eine einfache Methode, um Ausfälle oder Leckagen in Fluidsystemen zu reduzieren. Ausrüstungshersteller sind dabei in vielen Fällen eine gute Anlaufstelle. Die Schulungsangebote von Swagelok bieten einen umfassenden Überblick über die Handhabung und Prüfung von Rohren, um Nacharbeiten und Ausschussmaterial zu minimieren.

Bevor Sie externe Experten hinzuziehen, lohnt sich ein Blick auf Ihre internen Abläufe bei der Handhabung und Vorbereitung von Rohren. Werden Rohrverschraubungsprozesse ordnungsgemäß durchgeführt? Gibt es Situationen, die sich beispielsweise im Rahmen eines Start-up-Meetings oder eines persönlichen Gesprächs verbessern lassen? Eine solche Selbstanalyse ist auch Bestandteil der Schulungen von Swagelok und gleichzeitig der erste Schritt, um einen effizienteren und sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Damit Rohrleitungen ordnungsgemäß gehandhabt werden, kommen Sie nicht umhin, das Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter zu schärfen. Manche sind sich vielleicht gar nicht darüber im Klaren, dass es zu schwerwiegenden Problemen kommen kann, wenn sie eine Rohrleitung unbedacht aus dem Rohrlager ziehen. Zusätzlich sollten Sie Ihren Mitarbeitern vermitteln, dass eine dichte und langlebige Rohrverschraubung zwar von vielen Faktoren abhängt, es jedoch vor allem auf eine sorgfältige Vorbereitung ankommt.

Lassen Sie geringfügige Fehler gar nicht erst zu schwerwiegenden Sicherheits- und Effizienzproblemen werden. Mit einer umfassenden Schulung Ihres gesamten Teams können Sie sich darauf verlassen, dass eine optimale Rohrvorbereitung in Ihrem Unternehmen zur Selbstverständlichkeit wird.

ZUR SCHULUNG FÜR SICHERE ROHRVERSCHRAUBUNGEN

In Verbindung stehende Artikel

Fluidsystemleckage

Vier Strategien für einen effizienten Betrieb von Fluidsystemen

Viele Betriebsleiter und Ingenieure tragen große Verantwortung für Ihr Werk, verfügen jedoch nicht über die notwendigen Ressourcen für den sicheren und effizienten Betrieb. Erfahren Sie, wie Sie den Ausstoß maximieren, Kosten reduzieren und Ausfallzeiten vermeiden können.

Vormontagewerkzeug im Einsatz

Immer die passende Ausrüstung zur Hand: Tipps zur Auswahl der richtigen Anlagenausstattung

Welche Werkzeuge bzw. Ausrüstung sollten Anlagenbediener und Techniker immer zur Hand haben? Von Orbitalschweißgeräten bis hin zu gängigen Entgratungswerkzeugen für Rohrleitungen gibt es für sämtliche Rohrverbindungsarten genau das richtige Werkzeug, denn eine gute Vorbereitung macht sich schnell bezahlt.

Swagelok Rohrvorbereitung

Tipps für die Umsetzung komplexer Rohrsysteme

Mit diesen Tipps gelingt unter Einsatz von Handrohrbiegern die Errichtung komplexer, leckagedichter Fluidsysteme mit effizientem Durchfluss.