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3 Schritte zu Schlauchsicherheit & geringeren Werkskosten

3 Schritte zu Schlauchsicherheit & geringeren Werkskosten

3. Oktober 2018 | Doug Nordstrom, Senior Product Manager, Schlauchproduktgruppe

Industrieschläuche erhalten oft nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen zustehen sollte. In den meisten Anlagen gibt es eigene Spezifikationen und Richtlinien für Rohre, Verschraubungen und Ventile für druckführende Systeme, aber nicht für Schläuche.

Dieser Trend ist alarmierend, da Schläuche aus verschiedenen Gründen versagen können. Beispielsweise können sie nicht ordnungsgemäß verlegt werden, oder der Schlauchtyp passt nicht zur Anwendung. Selbst bei der richtigen Einstellung und Materialauswahl unterliegen Schläuche im Laufe der Zeit dem natürlichen Verschleiß. Wie die Reifen an Ihrem Auto müssen auch Schläuche sorgfältig behandelt werden. Eine regelmäßige Instandhaltung ist daher absolut notwendig.

Es ist unabdingbar, entdeckte Leckagen in Ihrer Anlage ernst zu nehmen. Lecks können die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter gefährden, die Betriebskosten erhöhen, flüchtige Emissionen schaffen und sich negativ auf die Umwelt auswirken. Glücklicherweise kann Ihr Team gefährliche Situationen und Ausfallzeiten vermeiden und gleichzeitig die Effizienz der Anlage verbessern, indem Sie diesen vier Empfehlungen zur Sicherheit von Industrieschläuchen folgen.

1. Wählen Sie den richtigen Schlauch für Ihre Anwendung

Unternehmen steigern stetig die Produktivität ihrer Maschinen und Prozesse und stellen damit auch größere Anforderungen an Schläuche. Genaue Schlauchspezifikationen hinsichtlich Druck, Temperatur und chemischer Kompatibilität sind unerlässlich und sollten daher immer aktuell sein.

Bei Schlauchspezifikationen müssen Sie verschiedene Bereiche berücksichtigen, um sicherzustellen, dass der Schlauchtyp auch zur Anwendung passt. Eine sorgfältige Auswahl in diesen Bereichen bestimmt Ihre Gesamtbetriebskosten, die neben den Anschaffungskosten auch den Lebensdauerwert beinhalten.

  • Verstärkungsschicht: In der Regel ein Geflecht aus Edelstahl, Glasfiber- oder Kunststofffaser um die Druck- und Vakuumstabilität sowie die Flexibilität zu erhöhen. Berücksichtigen Sie bei der Untersuchung der Verstärkungsschicht auch den Schlauchbiegeradius und die Biegbarkeit. Dickere oder mehrere Schichten erhöhen den Arbeitsdruck des Schlauches, führen aber zu härteren und weniger nachgiebigen Schläuchen, die in dynamischen Situationen keine gute Leistung zeigen.
  • Ummantelung:Die äußere Schicht (üblicherweise Silikon, Polyurethan oder Gummi) schützt die darunterliegenden Schichten, Personal und umgebende Apparaturen. Sie müssen sicherstellen, dass Ihre Ummantelung für die Bedingungen in Ihrem Werk geeignet ist, weil sie die erste Schutzschicht darstellt.
  • Endanschlüsse:Druckrate und Dichtigkeit Ihres Schlauchs hängen wesentlich davon ab, ob Ihr Hersteller in der Lage ist, die geeignete, angepasste Endverbindung zu montieren und zu testen. Eine fehlerhafte Montage kann auch bei einem hochwertigen Schlauch mit passender Endverbindung zu Leckagen führen. Achten Sie auf Schlauchanbieter mit zertifizierten Monteuren sowie eine Garantie, die Lecks an den Endanschlüssen umfasst.

Berücksichtigen Sie das Innenschlauchmaterial

Das Material der innersten Schicht sollte eine der wichtigsten Überlegungen bei der Auswahl und Wartung Ihres Schlauchs sein. Das Material Ihres Innenschlauchs muss chemisch kompatibel sein mit dem Systemmedium und den Temperaturbereich tolerieren. Außerdem muss das Permeations- und Absorptionsniveau akzeptabel sein. Nachfolgend finden Sie einige wichtige Innenschlauchmaterialien und die damit verbundenen Vorteile bei Industrieschläuchen:

Metall
o Größter verfügbarer Temperaturbereich
o Beständig gegen Permeation und Absorption
o Nicht kompatibel mit extrem ätzenden oder säurehaltigen Medien
o Nicht geeignet für Anwendungen mit sich wiederholenden Bewegungen oder Druckstößen

Fluorpolymer (PTFE, PFA, FEP)
o Gute chemische Kompatibilität
o Sehr flexibel
o Einfach zu reinigen
o Wenig Absorption
o Mit Antistatik-Innenschlauch erhältlich
o Hoch permeabel (kann in einigen Gasanwendungen durchlässiger als geplant sein)

Silikon 
o Sehr flexibel
o Begrenzte chemische Kompatibilität
o Extrem absorbierend
o Einfach zu reinigen
o Nicht robust und dauerhaft in den meisten Anwendungen

Thermoplastik (Nylon)
o Universalschlauch
o Ideal für Hydraulikflüssigkeiten
o Begrenzter Temperaturbereich

Gummi
o Universalschlauch
o Sehr langlebig
o Erhältlich in großen Größen über 2 Zoll
o Begrenzter Temperatur- und Druckbereich

2. Richtige Schlauchverlegung und -aufbewahrung

Oft wird der Schlauch korrekt ausgewählt aber falsch montiert. Ein häufiger Fehler ist, dass ein Schlauch vertikal von einer horizontalen Endverbindung herunterhängt. Hier sollten Sie eine 90° Winkelverschraubung vorsehen.

Ein weiterer Installationsfehler ist die falsche Wahl der Schlauchlänge. Wird er zu lang gewählt, kann der Schlauch an sich selbst oder an einer Maschine reiben, was den Verschleiß beschleunigt. Auf der anderen Seite kann es bei einem zu kurzen Schlauch zwischen zwei Punkten zu einer Überdehnung kommen. In diesem Fall können thermische Ausdehnung, Änderung des Systemdrucks oder geringfügige Bewegungen an den Verbindungsstellen zu Undichtigkeiten am Endanschluss führen. Die richtige Schlauchlänge erkennt man daran, dass genug Spielraum für die Bewegung des Verbindungsstückes vorhanden ist, aber nur so viel, dass Reibung oder Knicke vermieden werden können.

Bei der Lagerung von Schläuchen ist folgendes zu beachten:
Lagern Sie Schläuche unter sauberen, trockenen Bedingungen zwischen 10 °C – 21 °C (50 °F – 70 °F)
Vor UV- Einstrahlung und Sonnenlicht schützen
Verschließen Sie den Schlauch an beiden Enden, um Kontamination zu vermeiden und bewahren Sie ihn so auf, dass Schmutz, Fremdkörper, Insekten und Ungeziefer nicht in den Schlauch gelangen.
Überprüfen Sie die Haltbarkeit des Schlauches hinsichtlich Herstellungsdatum und Einsatzdauer
Wählen Sie die Schlauchauflage so, dass der Mindestbiegeradius nicht unterschritten wird (siehe Abbildung 3); den Biegeradius für Ihren Schlauch können Sie den Herstellerangaben entnehmen
Schläuche nicht aufeinander lagern
Rollen horizontal auf einer Oberfläche aufbewahren

3. Die richtige Schlauchwartung

Ein Schlauchversagen kann vorhergesagt werden. Basierend auf Schlauchtyp und Anwendung sollten Schläuche regelmäßig überprüft und ersetzt werden. Sie müssen nicht warten, bis ein Problem oder ein gefährliches Leck vorliegt, um Ihre Schläuche zu überprüfen.

Ein geeigneter Wartungsplan berücksichtigt den Schlauchtyp und die jeweilige Anwendung anhand einer Gefährdungsbeurteilung, Material- und Erfahrungswerten. Zu beachten ist, dass einige Schlaucharten schneller verschleißen als andere.

Auch die folgenden Variablen tragen zu einem höheren Verschleiß bei:
Sich wiederholende Bewegungen (nicht vermeidbar)
Vibration (nicht vermeidbar)
Druckstöße
Falsche Verlegung

Schläuche sind eine praktische und schnelle Möglichkeit, zwei Punkte Ihrer Anlage miteinander zu verbinden. Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten und teure Ausfallzeiten zu vermeiden. Ihr Swagelok Vertriebs- und Servicezentrum ist Ihnen gerne mit unserem Schlauchberatungsservice HAS (Hose Advisory Service) oder einem Schlauch-Seminar behilflich.